Zum Beispiel "Sahara":
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Das Erlebnis des Karawanen-Reisens
Die Sahara ist eine der Regionen der Erde, in der noch heute Menschen leben, für die nicht die Sesshaftigkeit, sondern das Umherziehen mit ihren Herden der überwiegend natürliche Zustand ihres täglichen Daseins ist.
Ihr Leben ist geprägt von ebenso großer Härte und Entbehrung, wie unbedingter Freiheit und einem unmittelbaren Zugang zur Natur, in der sie leben: der Wüste.
Einige, der uns begleitenden Beduinen und Berber sind echte „Söhne der Wüste“. Sie entstammen Nomadenfamilien und wurden in der Wüste geboren. Manche Familien bevorzugen bis heute ein halbnomadisches Leben. In den Sommermonaten leben sie in den Oasen (z.B. südlich des Chott el Djerid in Tunesien) und nehmen im Winterhalbjahr, mit ihren Herden, ein traditionelles Nomadenleben wieder auf. Von diesem uralten, nomadischen Lebensgewohnheiten werden wir etwas spüren, während wir mit unseren einheimischen Begleitern und ihren Kamelen durch das endlose Dünenmeer Südtunesiens ziehen.
Die Schönheit der Wüstenlandschaft, ihr Farbspiel, die Bewegung in der frischen Luft, die Ruhe und das einfache, natürliche Leben regen viele Teilnehmerinnen zum Meditieren und Fabulieren an. In den langen Mittagspausen, bevor die Karawane erneut aufbricht und weiterzieht, ist immer wieder Gelegenheit, im Schatten einer Tamariske oder eines Akazienbusches, die besonderen Eindrücke und Gedanken schriftlich in einem Reisetagebuch, in kleinen Gedichten oder Prosatexten festzuhalten.
Oft ergeben sich beim täglichen Wandern auch anregende Gespräche mit den einheimischen Begleitern, die meist kommunikationsfreudig und mitteilsam sind. Nicht selten entstehen dabei, im Bestreben nach gegenseitigem Austausch und Verständigung, regelrechte multikulturelle „Sprachkurse“ in Arabisch-Deutsch-Französisch-Englisch.
Zum Abendessen versammeln wir uns alle am warmen, gemütlichen Lagerfeuer. Dort haben unsere Begleiter bereits frisches Brot gebacken und das Abendessen zubereitet.
Nach dem Essen ergibt sich oft ein musikalischer Ausklang. Die Beduinen lieben Musik.
Nomadentum, Musik und Erzählkunst waren immer eng miteinander verflochten.
Wir hören der Trommel zu, die mit ihrem fremdartigen, faszinierenden „Tamtam“ die Stille der Wüstennacht erfüllt. Wir lauschen dem Klagen der Flöte, die uns Geschichten von leidenschaftlicher, tragischer Liebe erzählt. Schließlich lassen wir uns vielleicht mitreißen vom elektrisierenden Rhythmus und finden uns zusammen zu einem übermütigen, abschließenden Tanz im Wüstensand, ehe wir in unsere Schlafsäcke kriechen.
Der weite, leuchtende Sternenhimmel über uns beschert uns einen erholsamen Schlaf und wunderbare Träume, bis zu den ersten warmen Strahlen der Morgensonne, die uns sanft wecken ...
... und ein neuer Tag in der Wüste beginnt.

„Wer die Wüste nicht mit eigenen Augen geschaut hat,
kennt nicht alles, was die unsägliche irdische Schönheit eines Morgen sein kann.“
Isabelle Eberhardt, Wüstenreisende/Schriftstellerin